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WordPress-Blog erstellen: Was brauche ich wirklich?

WordPress-Blog erstellen: Was brauche ich wirklich?

·1576 Wörter·8 min

Einen WordPress-Blog zu starten ist technisch nicht besonders schwierig. Verwirrend wird es meistens vorher.

Brauche ich WordPress.com oder WordPress.org? Muss ich zuerst eine Domain kaufen? Was ist eigentlich Webhosting? Brauche ich ein kostenpflichtiges Theme? Einen eigenen Mailserver? Ein Backup-Plugin? Einen Cookie-Banner?

Und plötzlich besteht das vermeintlich einfache Blogprojekt aus einem Warenkorb voller Produkte.

Dabei braucht ein neuer WordPress-Blog erstaunlich wenig.

In diesem Artikel schauen wir uns deshalb nicht an, was man alles kaufen könnte, sondern was für einen soliden eigenen WordPress-Blog tatsächlich notwendig ist.

Die Grundausstattung
#

Für einen selbst gehosteten WordPress-Blog brauchen wir im Kern nur wenige Komponenten:

Domain
  │
  ▼
Webhosting
  │
  ▼
WordPress
  │
  ├── Theme
  ├── Inhalte
  └── Plugins
        │
        ▼
   fertiger Blog
Grundausstattung für einen WordPress-Blog mit Domain, Hosting, WordPress, Backups und Datenschutz

Für einen eigenen WordPress-Blog braucht es erstaunlich wenig: Domain und Hosting bilden die technische Basis, WordPress übernimmt die Inhalte. Weitere Dienste kommen erst hinzu, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Dazu kommen einige Dinge, die zwar nicht unmittelbar zum Betrieb von WordPress gehören, in der Praxis aber wichtig werden:

  • HTTPS
  • Backups
  • E-Mail
  • Datenschutz
  • Updates
  • sichere Zugangsdaten

Newsletter, SEO-Werkzeuge, Premium-Themes, Page Builder und zahlreiche andere Dienste können später dazukommen.

Für den Start sind sie nicht zwingend notwendig.

1. Eine eigene Domain
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Die Domain ist die Adresse des Blogs.

Zum Beispiel:

meinblog.de

Technisch könnte eine Website auch ohne eine eigene Domain betrieben werden. Für einen ernsthaft betriebenen Blog ergibt das allerdings wenig Sinn.

Eine eigene Domain kostet normalerweise nur einen überschaubaren Betrag pro Jahr und hat einen entscheidenden Vorteil:

Sie gehört nicht zu einer bestimmten Blogging-Plattform.

Wenn wir später den Hosting-Anbieter wechseln, kann die Domain mitgenommen werden.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Adressen wie:

meinblog.irgendeine-plattform.example

Wer einen Blog langfristig betreiben möchte, sollte deshalb von Anfang an eine eigene Domain verwenden.

2. Webhosting
#

Die Domain ist nur die Adresse.

Die eigentlichen Dateien von WordPress müssen irgendwo gespeichert und ausgeführt werden. Dafür benötigen wir einen Webserver.

Für die meisten Einsteiger bedeutet das: Webhosting mieten.

Ein typisches WordPress-Hosting stellt unter anderem bereit:

  • Webspace
  • PHP
  • Datenbank
  • HTTPS-Zertifikat
  • Verwaltungsoberfläche
  • häufig auch E-Mail-Postfächer

Für einen neuen Blog braucht man normalerweise keinen eigenen Server.

Ein vernünftiges Shared-Hosting-Paket reicht für den Anfang meist vollkommen aus.

Was sollte ein WordPress-Hosting können?
#

Bei Hosting-Angeboten sollte man weniger auf riesige Zahlen in Werbebannern und mehr auf einige praktische Eigenschaften achten.

Wichtig sind beispielsweise:

  • aktuelle PHP-Versionen
  • MySQL oder MariaDB
  • kostenloses HTTPS
  • regelmäßige Backups
  • einfache Wiederherstellung
  • vernünftiger Support
  • ausreichend Speicherplatz
  • Möglichkeit, eigene Domains zu verwenden

Eine WordPress-Ein-Klick-Installation ist angenehm, aber kein entscheidendes Qualitätsmerkmal.

WordPress selbst zu installieren ist ebenfalls nicht besonders kompliziert.

Später: Hosting-Empfehlung
#

An dieser Stelle werden wir künftig einen Hosting-Anbieter vorstellen, den wir für einen typischen WordPress-Blog für geeignet halten.

Dabei werden wir nicht nur den Einstiegspreis betrachten, sondern insbesondere Vertragslaufzeit, Verlängerungspreise, Backups, PHP-Unterstützung und die Möglichkeiten zum späteren Umzug.

3. WordPress selbst kostet nichts
#

Die WordPress-Software ist Open Source und kann kostenlos verwendet werden.

Das selbst gehostete WordPress findet man unter WordPress.org.

Das sollte nicht mit WordPress.com verwechselt werden.

Vereinfacht:

WordPress.org
    │
    ├── Software selbst installieren
    ├── eigenes Hosting
    ├── volle Kontrolle
    └── Plugins frei wählbar


WordPress.com
    │
    ├── gehosteter Dienst
    ├── verschiedene Tarife
    └── Funktionsumfang vom Tarif abhängig

Für diesen Blog beschäftigen wir uns hauptsächlich mit selbst gehostetem WordPress.

Damit können wir Hosting, Plugins und technische Konfiguration selbst bestimmen.

4. HTTPS sollte selbstverständlich sein
#

Eine neue Website sollte ausschließlich über HTTPS erreichbar sein.

Im Browser sieht die Adresse dann beispielsweise so aus:

https://meinblog.de/

HTTPS verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Webserver.

Früher wurden SSL-Zertifikate teilweise als kostenpflichtiges Zusatzprodukt verkauft. Heute können Hosting-Anbieter kostenlose Zertifikate beispielsweise über Let’s Encrypt bereitstellen.

Für einen neuen WordPress-Blog würde ich deshalb kein Hosting wählen, bei dem HTTPS ein teures Extra ist.

5. Ein kostenloses Theme reicht für den Anfang
#

WordPress benötigt ein Theme für die Darstellung der Website.

Dafür existieren tausende kostenlose und kostenpflichtige Angebote.

Ein Premium-Theme ist aber keine Voraussetzung für einen professionellen Blog.

Gerade am Anfang ist es oft sinnvoller, mit einem guten, einfachen Theme zu beginnen.

Denn bevor die ersten Artikel existieren, wissen wir häufig noch gar nicht, welche Funktionen und Layouts wir später tatsächlich benötigen.

Ein Theme sollte vor allem:

  • auf Smartphones funktionieren
  • regelmäßig gepflegt werden
  • mit aktuellen WordPress-Versionen kompatibel sein
  • keine unnötige technische Komplexität erzeugen

Ein Blog mit hervorragenden Artikeln und schlichtem Theme ist meistens wertvoller als ein perfektes Design ohne Inhalte.

6. Plugins: so wenige wie nötig
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Plugins sind eine der größten Stärken von WordPress.

Sie sind gleichzeitig eine häufige Ursache für unnötige Komplexität.

Für beinahe jede denkbare Funktion existiert ein Plugin:

SEO
Cache
Formulare
Backups
Statistik
Sicherheit
Social Media
Cookie-Banner
Newsletter
Bilder
Weiterleitungen
...

Das bedeutet nicht, dass wir sie alle installieren sollten.

Jedes zusätzliche Plugin ist Software, die aktualisiert und gepflegt werden muss.

Für den Start gilt deshalb:

Ein Plugin installieren, weil eine konkrete Funktion benötigt wird. Nicht weil irgendeine Checkliste behauptet, dass jeder WordPress-Blog dieses Plugin braucht.

7. Backups sind keine optionale Komfortfunktion
#

Ein Blog enthält irgendwann Monate oder Jahre Arbeit.

Deshalb sollte bereits früh geklärt werden, wie Backups erstellt werden.

Ein vollständiges WordPress-Backup besteht mindestens aus:

WordPress-Dateien
      +
   Datenbank
      =
wiederherstellbarer Blog

Viele Hosting-Anbieter erstellen automatische Backups.

Dabei sollte man allerdings prüfen:

  • Wie häufig werden Backups erstellt?
  • Wie lange werden sie aufbewahrt?
  • Kann ich sie selbst wiederherstellen?
  • Kostet die Wiederherstellung zusätzlich?
  • Was passiert, wenn mein Hosting-Account selbst ein Problem hat?

Für wichtige Websites ist eine zusätzliche unabhängige Sicherung sinnvoll.

8. Eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain
#

Für einen Blog wirkt eine Adresse wie:

kontakt@meinblog.de

in der Regel professioneller als eine private Adresse bei einem kostenlosen Mailanbieter.

Viele Hosting-Pakete enthalten bereits E-Mail-Postfächer.

Für den Anfang reicht das häufig aus.

Später kann man E-Mail und Webhosting auch voneinander trennen.

Wichtig ist vor allem, dass zentrale Konten nicht von einer Adresse abhängen, auf die man bei einem Hosting-Problem plötzlich keinen Zugriff mehr hat.

9. Datenschutz nicht erst nach dem Start bedenken
#

Wer einen Blog öffentlich betreibt, verarbeitet schnell Daten von Besuchern.

Das kann beispielsweise passieren durch:

  • Kontaktformulare
  • Statistikdienste
  • eingebettete YouTube-Videos
  • Karten
  • externe Schriftarten
  • Newsletter
  • Kommentare
  • Werbenetzwerke

Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt davon ab, welche Dienste tatsächlich eingesetzt werden.

Deshalb ist auch hier Zurückhaltung hilfreich:

Je weniger externe Dienste ein neuer Blog verwendet, desto weniger technische und datenschutzrechtliche Abhängigkeiten entstehen.

Ein Cookie- beziehungsweise Consent-System sollte nicht einfach installiert werden, weil „jede Website einen Cookie-Banner braucht“. Entscheidend ist, welche Technologien tatsächlich eingesetzt werden.

Dieses Thema behandeln wir auf WPdreams noch ausführlich in eigenen Anleitungen.

Wer externe Dienste wie YouTube, Google Maps oder Analysewerkzeuge einsetzen möchte, muss sich auch mit der Einwilligung der Besucher beschäftigen.

Für WordPress gibt es dafür spezialisierte Consent-Lösungen. Wir verwenden dafür unter anderem Pixelmate und werden die Einrichtung und typische Anwendungsfälle in eigenen Anleitungen ausführlich zeigen.

DSGVO Pixelmate

Consent-Management für WordPress, wenn externe Dienste, Cookies oder Tracking eingebunden werden sollen.

Pixelmate ansehen Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

10. Einen Newsletter braucht man nicht am ersten Tag
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Newsletter können für einen etablierten Blog sehr wertvoll sein.

Für einen Blog ohne Artikel und ohne Besucher lösen sie allerdings noch kein Problem.

Am Anfang würde ich deshalb zuerst Inhalte veröffentlichen.

Sobald regelmäßig Besucher kommen und es einen guten Grund gibt, warum jemand weitere Inhalte erhalten möchte, wird ein Newsletter interessanter.

Dann benötigen wir unter anderem:

  • Newsletter-Anbieter
  • Anmeldeformular
  • Double-Opt-in
  • Datenschutzhinweise
  • sinnvolle Inhalte

Das können wir später sauber aufbauen.

11. SEO-Plugins sind keine Suchmaschinenoptimierung
#

Ein SEO-Plugin kann technische Aufgaben erleichtern.

Es kann aber keine interessanten Artikel erzeugen.

Für einen neuen Blog sind zunächst wesentlich wichtiger:

  • verständliche Seitenstruktur
  • sinnvolle Überschriften
  • gute interne Verlinkung
  • schnelle Ladezeiten
  • hilfreiche Inhalte
  • klare Seitentitel
  • aussagekräftige Beschreibungen

Ein SEO-Plugin kann dabei unterstützen.

Es ersetzt diese Arbeit nicht.

Was kann ich mir am Anfang sparen?
#

Die Liste ist überraschend lang.

Für einen neuen Blog würde ich nicht automatisch kaufen:

  • Premium-Theme
  • Page Builder
  • teures SEO-Paket
  • kommerzielles Cache-Plugin
  • Security-Komplettpaket
  • Newsletter-Premiumtarif
  • Social-Media-Automatisierung
  • KI-Content-Paket
  • teures Managed-WordPress-Hosting

Das bedeutet nicht, dass diese Produkte grundsätzlich schlecht sind.

Sie sollten nur ein vorhandenes Problem lösen.

Erst das Problem, dann das Werkzeug.

Was kostet ein eigener WordPress-Blog?
#

Für einen einfachen Start sind die laufenden Kosten überschaubar.

Im Wesentlichen benötigen wir:

BestandteilNotwendig?
DomainJa
WebhostingJa
WordPresskostenlos
HTTPSsollte kostenlos enthalten sein
Themekostenlos möglich
Pluginskostenlos möglich
E-Mailhäufig im Hosting enthalten
Backuphäufig teilweise im Hosting enthalten
Newsletteram Anfang nicht notwendig
VPNnur bei entsprechendem Anwendungsfall

Damit kann ein technisch vollständiger WordPress-Blog bereits betrieben werden.

Später investieren wir dort Geld, wo der Blog tatsächlich Anforderungen entwickelt.

Eine sinnvolle Reihenfolge
#

Wer heute einen neuen WordPress-Blog starten möchte, kann relativ geradlinig vorgehen:

1. Thema festlegen
       ↓
2. Domain auswählen
       ↓
3. Hosting buchen
       ↓
4. WordPress installieren
       ↓
5. HTTPS prüfen
       ↓
6. einfaches Theme wählen
       ↓
7. Backup klären
       ↓
8. rechtliche Grundlagen
       ↓
9. erste gute Artikel schreiben
       ↓
  1. zusätzliche Werkzeuge nur bei Bedarf

Damit vermeiden wir, Wochen mit Plugins, Themes und Konfiguration zu verbringen, bevor überhaupt der erste vernünftige Artikel veröffentlicht wurde.

Fazit
#

Ein eigener WordPress-Blog braucht am Anfang weniger Technik, als viele Produktseiten vermuten lassen.

Eine Domain, solides Hosting, WordPress, HTTPS, ein vernünftiges Theme und eine funktionierende Backup-Strategie bilden bereits eine sehr gute Grundlage.

Alles Weitere sollte aus konkreten Anforderungen entstehen.

Wenn später Besucher kommen, können Newsletter, Statistik, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, Performance-Werkzeuge und andere Dienste sinnvoll werden.

Aber nicht alles davon muss am ersten Tag installiert oder gekauft werden.

Ein guter Blog entsteht nicht dadurch, dass möglichst viel Software installiert wird. Er entsteht dadurch, dass eine einfache technische Grundlage zuverlässig funktioniert und darauf gute Inhalte veröffentlicht werden.